TrueView Videokampagnen

Im Google AdWords Web Interface findet sich beim Hinzufügen neuer Kampagnen seit kurzem die Option „Online Video”, hinter welcher sich die vier TrueView Videoanzeigenformate In-Search, In-Slate, In-Display und In-Stream verbergen. Google führt damit eine Trennung von Online-Kampagnen und Videokampagnen ein. Letztere, so zumindest der aktuelle Stand, lassen sich ausschließlich auf Cost-per-View (CPV) Basis buchen und bringen auch in hinsichtlich Kampagnen-Setup und -Management neue Ansätze mit sich. So verzichtet Google bei Videokampagnen beispielsweise auf das Konzept der Anzeigengruppen und geht hier neue Wege.

Videokampagnen und Anzeigen erstellen

Um eine Videokampagne zu erstellen wählt man beim Hinzufügen neuer Kampagnen die Option „Online-Video”. Allgemeine Einstellungen, wie etwa das Tagesbudget oder Präferenzen bei bei der Schaltungsmethode, lassen sich hier selbstverständlich ebenso angeben, wie auch die Ausrichtung auf Standorte, Sprachen und Geräte. Neu hingegen ist, dass eine Anzeige direkt mit einer Kampagne verknüpft wird, ohne diese zuvor einer Anzeigengruppe zuzuordnen.

Der Anzeige muss ein Video zugeordnet werden. Dieses kann bei YouTube direkt innerhalb eines Kanals oder über eine Video-URL gesucht und hinzugefügt werden. Der Upload einer Video-Datei ist nicht möglich. Anzeigenattribute wie Anzeigentitel, Beschreibung, Auswahl eines Thumbnails, Anzeige-URL, Ziel-URL und Anzeigenname müssen definiert werden und werden automatisch auf die ausgewählten Anzeigenformate übertragen.

Videokampagnen können in den folgenden Werbenetzwerken geschaltet werden:

  • YouTube-Videos
  • YouTube-Suche
  • Google Display-Netzwerk

Abhängig von den ausgewählten Werbenetzwerken stehen folgende Anzeigenformate zur Verfügung:

  • TrueView In-Search
  • TrueView In-Slate
  • TrueView In-Display
  • TrueView In-Stream

TrueView Anzeige erstellen

Für In-Display und In-Search-Anzeigen kann man bei der YouTube-Zielseite bestimmen, auf welche Zielseite der Browser des Nutzers nach einem Klick auf Ihre Anzeige geleitet wird.  Zur Auswahl stehen hier die Kanalseite und die Wiedergabeseite. Standardmäßig ist die Kanalseite hier vorausgewählt.

Für In-Stream-Anzeigen lässt sich ein begleitendes Banner definieren. Die Dateigrößenbeschränkung für das Image liegt bei max. 50 KB. Das Image muss im JPEG-, PNG-, GIF- oder SWF-Format vorliegen. Gültige Größen sind hier „300 x 250 px Medium Rectangle” (im Google Display-Netzwerk) sowie „300 x 60 px Companion Banner” (bei YouTube Videos). Leider lässt sich hier nur ein Image hochladen, so dass es sich empfiehlt mehrere Kampagnen anzulegen, wenn eine In-Stream-Anzeige sowohl bei YouTube-Videos, als auch im Google Display-Netzwerk geschaltet werden soll.

TrueView In-Search

Dieses Videoanzeigenformat war bislang unter den Namen Gesponsorte Videos bekannt. In-Search-Anzeigen werden neben den Suchergebnissen auf YouTube angezeigt. Mithilfe von Keywords wird das Targeting des Videos bestimmt. Abhängig von der Position der Anzeige in den Suchergebnissen werden In-Search-Anzeigen als „640 x 90 px Rectangle” oder als „300 x 70 px Small Rectangle” dargestellt.

TrueView In-Search

TrueView In-Search: Anzeige über den Suchergebnissen

TrueView In-Search

TrueView In-Search: Anzeige rechts neben den Suchergebnissen

TrueView In-Slate

Mit TrueView In-Slate-Anzeigen können auf YouTube oder im Google Display-Netzwerk Videoanzeigen vor Videos mit Longform-Content (Video mit Länge über 10 Minuten) angezeigt werden. Bevor die Wiedergabe des längeren Videos beginnt, kann der Betrachter auswählen, ob er eine von drei Videoanzeigen verschiedener Werbetreibender ansehen möchte oder regelmäßige Werbepausen im Video bevorzugt.

Google ermöglicht hier erstmals dem Werbetreibenden das Anzeigenformat In-Slate gezielt auszuwählen. Bislang war es nicht ohne Weiteres möglich, die Auslieferung von TrueView-Videoanzeigen auf In-Slate bzw. In-Stream zu beschränken.

TrueView In-Slate

TrueView In-Display

Dieses Videoanzeigenformat kann wahlweise auf einer YouTube-Zielseite oder einer Webseite im Google Display-Netzwerk wiedergegeben werden. Auf einer YouTube-Zielseite wird die Anzeige entweder als Vorschlag rechts neben einem Video oder als Text-Overlay in einem Video dargestellt. Im Google Display-Werbenetzwerk kann das Video neben Website-Inhalten angezeigt werden. Das Layout dieses Anzeigenformats ist je nach den vom Website-Inhaber unterstützten Darstellungsgrößen unterschiedlich.

TrueView In-Display-Anzeigen schließen die folgende früheren Anzeigenformate ein: Gesponserte Videos – Overlay, Gesponserte Videos – vorgestellte Videos und AdWords Click-to-Play-Videoanzeigen.

TrueView In-Display YouTube

TrueView In-Display: Vorschlag rechts neben Video

 

Text-Overlay in Video
TrueView In-Display YouTube

TrueView In-Display Webseite

TrueView In-Display: Anzeige auf Website

 

TrueView In-Stream

Mit TrueVie In-Stream-Anzeigen kann auf YouTube oder im Google Display-Netzwerk vor, inmitten von oder nach längeren Videos angezeigt werden. Nutzer können die Anzeige nach 5 Sekunden überspringen. Für den Werbetreibenden fallen lediglich dann Kosten an, wenn der Betrachter das Video vollständig oder länger als 30 Sekunden angesehen hat – je nachdem, was kürzer ist. Ein Klick auf die Anzeige ist ebenfalls kostenpflichtig für den Werbetreibenden.

TrueView In-Stream

Targeting-Gruppen erstellen

Wie bereits beschrieben, verzichtet Google bei den Videokampagnen vollständig auf Anzeigengruppen und führt stattdessen Targeting-Gruppen ein. Für eine Kampagne können eine oder mehrere Targeting-Gruppen definiert werden. Jeder Targeting-Gruppe wiederum können ein oder mehrere Anzeigen zugeordnet werden. Dieses neue Konzept erfordert zwar ein Umdenken bei den Werbetreibenden, führt jedoch zu einem deutlich strukturierteren Kampagnenaufbau und vermeidet Redundanzen.

Für eine Targeting-Gruppe kann ein maximaler CPV festgelegt werden, der sich auch noch mal für die einzelnen Anzeigenformate individuell definieren lässt. Das Gebotsmanagement lässt sich auf eine möglichst hohe Anzahl von „Aufrufen” oder „Interaktionen” optimieren.

Das Targeting bei der YouTube-Suche lässt sich über die Angabe von Keywords bestimmen. Beim Targeting für YouTube-Videos und das Google Display-Netzwerk bestehen hingegen deutlich mehr Möglichkeiten: Themen, Keywords für Display-Netzwerk, Demografische Merkmale, Interessen, Remarketing-Listen und Placements. Auf gleiche Art und Weise lassen sich auch ausschließende Ziele (Negative Such-Keywords, Auszuschließende Placements, etc.) definieren, die eine Auslieferung der Anzeige verhindern. Die Anzeige wird in den Umfeldern bzw. für die Zielgruppen ausgeliefert, die der Teilmenge aller einzelnen Ziele entsprechen. Beispiel: Gibt man als Ziel das Keyword für Display-Netzwerk „youtube” und das Placement „www.nytimes.com” an, so wird die Anzeige ausschließlich auf der Website der New York Times ausgeliefert und auch nur dann, wenn der entsprechende Content das Thema YouTube umschreibt.

TrueView Targeting-Gruppen erstellen

Fazit

Google hat erkannt, dass Videoanzeigen zunehmend relevanter für Werbetreibende werden und die bisher bestehenden Möglichkeiten bei Google AdWords langfristig nicht ausreichend sind. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, die Online-Kampagnen und Videokampagnen mit sich bringen.

Besonders positiv empfinde ich das neue Konzept, Anzeigen und Targeting-Gruppen in getrennten Pools zu verwalten und beliebig kombinieren zu können. Ein Werbemittel zu duplizieren und in mehreren Anzeigengruppen zu verwenden, nur weil ein unterschiedliches Targeting angewendet werden soll, war in der Vergangenheit stets hinderlich. Google geht mit den neuen TrueView-Videoanzeigen sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht ein flexibles Management von Anzeigeninhalt und Anzeigenformat. So muss der Werbetreibende lediglich einmal den Anzeigeninhalt definieren und kann ihn automatisch auf die aktuell vier verfügbaren Anzeigenformate übertragen. Mit der Option das Google AdWords Konto mit einem oder mehreren YouTube Konten zu verknüpfen, ermöglicht Google auch den Zugriff auf YouTube Insight Daten.

Einige Funktionalitäten wurden in der aktuellen Beta-Version der neuen TrueView Videokampagnen leider noch nicht berücksichtig. So ist z.B. das Hinzufügen mehrerer begleitender Banner zur einer Anzeige noch nicht möglich. Man muss sich also auf Grund der unterschiedlichen Anforderungen der Werbenetzwerke entscheiden, ob man den begleitenden Banner bei YouTube oder im Google Display-Netzwerk nutzen möchte. Ebenso lässt sich derzeit kein CPC auf Keyword-Ebene festlegen, was besonders bei Anzeigen in der YouTube-Suche ärgerlich ist. Über den Google AdWords Editor lassen sich die neuen TrueView Videokampagnen derzeit noch nicht bearbeiten.

Je nach Zielsetzung einer Kampagne sollte der Werbetreibende individuell entscheiden, ob er Videoanzeigen über die neuen TrueView Videokampagnen realisiert oder auf das Tool zur Erstellung von Display-Anzeigen zurückgreift. Wie lange Google noch beide Varianten zur Verfügung stellt ist ungewiss. Da sich das neue Feature derzeit noch im Beta-Status befindet, kann man davon ausgehen, dass Google bis zur finalen Version noch einige Funktionalitäten nachrüsten wird.

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    Comments (1)

    1. Auf diese strukturierte Darstellung werde ich sehr gern bei meinem nächsten Training verweisen :-)

      Zur CPC-Zahlung: Habe inzwischen erfahren, dass auch bei den Promoted-Video Ads im letzten Jahr auf CPV umgestellt wurde, auch wenn das in der AdWords-Oberfläche weiterhin CPC heißt. Nach dem 23. Februar melde ich mich mit Details – da findet nämlich unser internes Training statt und ich werde die ganzen komplizierten Fragen stellen.

      Kirsten

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